Sonntagszeitung: "Jeder Tag hier ist ein 11. September"
Es ist auffallend, dass in den
Schweizer Medien immer häufiger über Blogs berichtet wird.
Die Sonntagszeitung zählt wohl zu jenen Schweizer Printmedien,
die Blogs am meisten erwähnen. Es ist aber festzustellen, dass
früher mehr über die Blogs selber berichtet wurde, während
heute in den Artikeln nicht mehr das neue und ach so trendige Medium „Blog“ vorgestellt wird,
sondern zunehmend über die Inhalte der Blogs. So basiert im Artikel
„Jeder Tag hier ist ein 11. September“ der heutigen Ausgabe im
wesentlichen auf Berichte von verschiedenen Blogs. Dies ist eine
interessante Entwicklung insofern, als dass bis vor kurzem der Bezug
auf ein entsprechendes Medium vor allem unilateral verlief, nämlich
vom Blog zum Printmedium, während nun offenbar die Tendenz dahin
geht, bilateral zu zitieren, das heisst, vom Printmedium zum Blog und
umgekehrt.
Es ist aber nicht ganz verwunderlich, dass der erwähnte
Artikel der Sonntagszeitung im Bund „Multimedia“ erschienen ist;
denn es ist zu erwarten, dass die Leser der Rubrik „Multimedia“ einerseits
frühere Berichte in früheren Ausgaben von "Mulitmedia" über
Blogs gelesen haben, andererseits, dass Leser von „Multimedia“
technisch und im Bezug auf das Medium Internet auf dem aktuelleren Stand sind. Mit anderen Worten, die durchschnittliche
schweizerische Bevölkerung weiss nach wie vor noch nicht, was
ein Blog ist, aber vielen "Multimedia"-Leser dürfte das Wort "Blog" kein Fremdwort mehr sein.
Es wird interessant sein, wann wir die
ersten Berichte von Blogs in Rubriken wie „Ausland“ oder
„Schweiz“ lesen dürfen – die Sonntagszeitung befindet sich
hierfür wohl auf dem besten Weg.
Im Artikel "Jeder Tag hier ist ein 11. September" stellt der Autor
Michael Soukup vier verschiedene Blogs von im Irak dienenden Soldaten
vor. Solche Blogs werden Military Blogs genannt, oft wird der Begriff
aber mit Milblogs abgekürzt. Diese Blogs erzählen vom
Militäralltag im Irak. Einige Blogs befürworten den
Militäreinsatz im Irak, andere kritisieren den Einsatz. Nicht
ganz überraschend ist die Sprache der meisten Blogs auf einem eher tiefen
Niveau, da die meisten Dienstleistenden ein tiefes Bildungsniveau
aufweisen. Sonntagszeitung stellt in diesem Artikel aber auch einen Blog vor, der mit "lyrischen Beschreibungen des Armeealltags" auffallen soll.
Ist das eine neue Ära der Militärberichterstatttung für die Öffentlichkeit? Von den CNN-Reportern, die im Golfkrieg von 1990/91 nur ausgewählte Bilder senden durften zu den „embedded Journalists“ im Irakkrieg von 2004 und nun die Meinung von den selber dienenden Soldaten? Mitnichten! Wie Sokoup berichtet, wurde Leonard Clark, ein bekennender Demokrat, zu einer Geldbusse von 820 US-Dollar und zusätzlichem Dienstzeit von 45 Tagen verurteilt. Er soll lediglich die US-Militärpräsenz im Irak kritisiert haben. Sein Blog ist zur Zeit ausser Betrieb, und wenn man auf die Domain (ohne /blog) hinsurft, wird man auf eine Friedensinitiative umgelenkt. Daily Kos hat ebenfalls über den Fall Leonard Clark zu berichten.
Besorgnis erregt zudem Sokoups Hinweis,
dass offenbar nur regierungskritische und gegenüber dem
Irakkrieg kritische Blogs aus dem Weg geräumt werden, während
„patriotische“ Blogs wie jenen von Sergeant Chris Missick, der
der stellvertretende Direktor der Bush-Wahlkampagne für
Nordkalifornien war, praktisch unterstützt werden. Missick wurde
als Soldat des Jahres 2004 ausgezeichnet, und nicht nur Soukup fragt sich, ob denn "er nicht in PR-Diensten des Pentagons steht".
Die von Sonntagszeitung vorgestellten Blogs (alle englisch):
- Graham Wolf
- blackfive (Pseudonym)
- Danjel Bout
- Chris Missick
Messe für Marketing, Kommunikation und Event
Ab heute findet bis am 25. August 05 in Zürich-Örlikon die Messe für Marketing, Kommunikation und Event statt. Zielgruppe der Messe sind gemäss den Angaben der Homepage von xpage.ch:
Spezialisten und Generalisten, Meinungsmacher und Entscheider der Branche
Ich werde heute die Messe zum ersten Mal besuchen. Ich bin gespannt, was dort geboten wird!
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Von bösen Zungen und Glossen
Böse Zungen behaupten, Blogs seien bloss Tagebücher, die besonders extrovertierte Leute für das gelangweilte surfende Publikum schrieben. Manche gehen so weit zu sagen, Blogs seien überhaupt oft von so schlechten Autoren verfasst, dass sie von orthografischen und grammatikalischen Fehlern übersäät, oft mehr einem Aufsatz eines Primarschülers glichen, da der Blogger nicht in der hochstehenden schriftlichen Ausdrucksweise geübt sei.
Natürlich gibt es auch solche Blogs, doch aus eigener Erfahrung in der Blogosphäre, in der ich mich nun seit Juni 2005 befinde, habe ich sehr selten Bekanntschaft mit solchen Blogs gemacht, die Kritiker hervorheben.
Weiter gibt es Kritiker, die monieren, viele Blogger würden nur sehr kurze Aufsätze schreiben, um auf andere Blogs oder Artikel in der allgemeinen Presse hin zu weisen. Zwar gehört kblog eher zu dieser Kategorie, doch ich bemühe mich jeweils, ein Statement und eine Analyse zu diesem hingewiesenen Artikel beizufügen, das je nach Komplexität und der angestrebten Länge des Artikels schon mal eine aufwändige Recherche von ein bis zwei Stunden summieren kann. Der investigative professionelle Journalist mag sich nun vielleicht an dieser Stelle nicht so recht vorstellen, welche Recherchequalität denn ein Blogger, im besten Fall ja ein Freizeitjournalist, zu Tage legen soll. Über eine die Qualität einer Recherche kann man sich freilich streiten. Dies gilt besonders dann, wenn die Quelle der Recherche auf irgendeine Adresse im Medium Internet hinweist, meiden doch gerade viele Journalisten das Internet, da bei vielen eine Internetpräsenz betreibende Organisationen und Firmen wegen ihrer oft nicht aktuellen bis hin zu vergammelten internen Links zu „PR-Rooms“ oder schlimmer noch zu einfältig so genannten „Presse“-Links nicht brauchbar und mithin für die Journalisten eine Zeitverschwendung sind. Doch das Internet ist für viele Blogger als logische Konsequenz des eigenen virtuellen Daseins die weitaus wichtigste Recherchequelle.
Deshalb möchte ich an dieser Stelle einen Blog vorstellen, dessen Betreiber nicht nur ein viel höheres Niveau an Schreibstil als meinen eigenen zu Tage legt, sondern sogar bis hin zu ebenso witzigen wie ironischen Glossen fähig ist. Bekanntlich gilt die Glosse als eine der schwierigsten Texte, die ein Autor schreiben kann. Nur wenige Journalisten, selbst unter professionellen wie erfahrenen, sind in der Lage, eine gute Glosse zu schreiben; es darf also auf keinen Fall an Talent für solche Texte mangeln, will man eine Glosse schreiben. Freilich deutet das Talent, eine Glosse schreiben zu können, nicht auf die journalistische Qualität hin, doch viele Autoren von bekannten Glossen in Printmedien sind erfahrene und gestandene Journalisten. Der Blog von gebsn jedoch ist eine Ausnahme. Er gehört höchstwahrscheinlich weder zu den professionell schreibenden Journalisten und gehört mit ziemlicher Sicherheit nicht zur Gilde der erfahrenen Journalisten – und weilt trotzdem als ehrbarer „Tagebuchschreiber“ in unserer virtuellen Welt der Blogger! So erquickt er uns hin und wieder mit tollen Glossen wie dieser!
kblog hat den Umzug vollzogen
Die kleine DVD-Datenbank, die krs unter dem alten Domain ursprünglich bloggen und kommentieren wollte, uferte dahingehend aus, als dass der Betreiber von kblog immer mehr über Medien und politische Themen schrieb. Dies war neben der besseren Bedienbarkeit und Oberfläche von freeflux.net mit ein Grund für einen Wechsel.
Nein, die DVD-Kritik wird trotz der nun fokussierten Kommentare über Medien und ihre Beeinflussung auf die Gesellschaft (und umgekehrt) nicht sterben, denn hin und wieder werden sehr ausgewählte DVDs und Literatur erwähnt, die die Gesellschaft zu beeinflussen vermocht haben oder zumindest ins allgemeine Gesrpäch gekommen sind.
Als sehr schönes Beispiel hierfür möchte ich die bereits bestehende Kommentierung der Bücher von Marjane Satrapi hervorheben. Beim Film ist hierbei bislang immerhin American History X vertreten, der eine Subkultur der Amerikanischen Gesellschaft beleuchtet und kritisiert. Weitere werden mit Sicherheit folgen.
Zensur in China
Paradoxerweise fühlten sich die Personen aber durch diese Restriktionen nicht oder kaum eingeschränkt, da sie das Internet als Unterhaltungsmedium wahrnähmen, und nicht als ein Ort, wo sie sich politisch auslassen könnten.
Dass die Zensur in China grassiert, ist jedoch nichts Neues. Auch Heise.de hat bereits öfters über dieses Thema verschiedene Artikel publiziert:
- MSN China wird Zensiert (14.06.05)
- Chinesische Webseiten müssen sich registirieren lassen (30.05.2005)
- Internetzensur in China funktioniert offenbar effektiver als erwartet (14.04.2005)
Blogethik-Diskussion vorbei?
Ich denke, die Ergebnisse von Blogethik-Wiki sind bereits recht ausgereift:
Es sind lediglich sieben Regeln, sie sind also gut überschaubar. Doch was heisst beispielsweise: "Ich akzeptiere das geltende Recht" im Detail? Wann und wo wird der Respekt überschritten, wann nicht? Wie sollen Gerüchte deklariert werden? Reicht es, en passant wie "am Kiosk erfuhr ich..." darauf hinzuweisen?
Ich möchte hiermit alle dazu auffordern, möglichst viel mitzudiskutieren! Und wenn sich niemand getraut, ein Beispiel aus einem Blog zu nehmen, dann soll kblog gern dafür herhalten. Beispielsweise könnte man an einem Artikel gewisse Stile diskutieren... ?
Reporter ohne Grenzen bittet Ganji, seinen Hungerstreik abzubrechen
Über Akbar Ganji habe ich bereits in zwei Artikeln in diesem Blog erwähnt. Er befindet sich heute seit 60 Tagen im Hungerstreik und versucht die Regierung Irans unter Druck zu setzen, um die Presse- und Medienfreiheit zu gewähren. Darüber hinaus hat er während seiner Gefangenschaft (!) sein "republikanisches Manifest" geschrieben.
Ich zitiere folgend das genannte Email:
Title: Reporter ohne Grenzen appelliert an Akbar Ganji, Hungerstreik abzubrechen
URL: http://menschenrechte.blogg.de/eintrag.php?id=793
Excerpt: In einem bewegendenden Brief von Robert Ménard an Akbar Ganji, fordert er den iranischen Journalisten auf, seinen Hungerstreik abzubrechen.
Der Druck auf die Familie wird immer größer.
Bei einer Hausdurchsuchung am 8. August wurde seine Frau geschlagen und seine Tochter bedroht.
Hintergrundinformationen:
In der Fortsetzung dieses Artikel findet sich die Pressemitteilung von Reporter ohne Grenzen und der deutsche Wortlaut des Briefes.
Bei amnesty international gibt es weiter Informationen zum Hungerstreik von Akbar Ganji.
Das Weblog Release Ganji in englischer und arabischer Sprache habe ich über den Eintrag bei Title and Registration gefunden.
BlogName: Menschenrechte
Hierzu verschiedene Links:
- Press Release of Reporters Without Borders requesting permission to visit Ganji and open letter from Robert Ménard, secretary-general of Reporters Without Borders, to Ganji
- Pressemitteilung mit dem auf Deutsch übersetzten offenen Brief an Akbar Ganji von Robert Ménard, dem Generalsekretär von Reporter ohne Grenzen Deutschland (Deutsch)
- Amnesty International Deutschland (datiert auf 5. August 05)
- releaseganji.net, eine Homepage von offenbar sehr gut informierten Personen (englisch/arabisch)
- In Wikipedia wird Ganji ebenfalls erwähnt (englisch)
[Korrekturhinweis] Wiki für Blogethik in der Kritik
(BTW: Kann mir jemand sagen, was mit diesen Kommentare passiert ist?)Zwar habe ich folgende drei Sätze in den Hauptartikel geschrieben, doch möchte ich an prominenterer Stelle alle darauf hinweisen, dass keine Kommentare gelöscht worden sind:
--> UPDATE: Ich habe mich geirrt, es wurden keine Kommentare gelöscht. Ich Schussel habe nur den Link nicht mehr gefunden... ich möchte mich hiermit bei allen für meinen Irrtum entschuldigen!)Ich möchte mich für den Irrtum nochmals mit aller Ausdrücklichkeit entschuldigen. Wie im Kommentar des Hauptartikels geschrieben, möchte ich ebenfalls hier noch einmal erklären, wie mein Irrtum zu stande kam:
Ich habe nochmals nachgesehen und festgestellt, dass ich tatsächlich eine Seite übersehen habe: Im Menu des Blogethik gibt es unter Menüpunkt 5:
"5. Alte Seiten Hinweise, Text (nicht mehr aktiv, aber zugänglich)"
Ich habe übersehen, dass es sich bei "Hinweise" und "Text" um zwei Links handelt; den Link "Text" hatte ich gesucht.




