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Bin zur Zeit im Stress...

Mein Arbeitgeber schickt mich im Moment durch die halbe Schweiz herum, weshalb ich nur noch an Wochenenden zu Hause bin - und an diesen warten meine Kollegen und andere Verpflichtungen auf mich, denen ich während der Woche nicht mehr nachgehen kann. Leider werden auch einige Hobbies zwangläufig darunter leiden, so auch das Bloggen. Es kommt noch dicker: an den nächsten Wochenenden muss ich für einige Projekte arbeiten, so dass fürs Bloggen fast keine Zeit mehr drin liegt.
Dies sollte sich jedoch Anfangs Dezember wieder legen, dann sollte ich wenigstens an Wochenenden einen Artikel hinkriegen können. Bis dahin gilt: Entweder Pause oder dann nur noch kurze und weniger investigative Artikel wie sonst üblich. Ich hoffe, ich komme immerhin zu einigen kurzen Artikeln. Es ist mir zwar peinlich, aber ich komme offenbar nicht umhin, mich abermals dafür zu entschuldigen! Ich hoffe, ich komme bald wieder zum geregelterem Bloggen. Derweil möchte ich nicht versäumen, darauf hinzuweisen, dass einige Blogger, die in meinem Blogroll gelistet sind, mich durchaus gut vertreten können!
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Monsieur Ibrahim et les fleurs du Coran

Monsieur Ibrahim et les fleurs du Coran

Monsieur Ibrahim et les fleurs du Coran ist ein spezielles Stück der neueren französischen Literatur. Es liest sich auch auf französisch relativ einfach, auch wenn der Autor Éric-Emmanuel Schmitt immer wieder interessante Wortspiele und subtile Witze einbaut.

Moïse wächst mit seinem Vater, der Anwalt ist, allein auf. Doch er verstand sich nie wirklich mit seinem Vater, der im gegenüber gefühlskalt erscheint und ihm keine väterliche Stütze ist. Er befreundet sich mit der Zeit mit einem Gemischtwarenhändler in seiner Nähe an, dem Monsieur Ibrahim. Es entwickelt sich eine interreligiöse Freundschaft, in der anfänglich die Religionen wie beiläufig aneinanderreiben. Doch aus diesem Konflikt wird mit der Zeit eine Zuneigung. Als Moïses Vater stirbt, übernimmt Ibrahim eine väterliche Rolle für Moïse und geht mit ihm auf eine Reise - sprichwörtlich wie wortwörtlich.

Das Stück ist ist ein Theatermonolog. Es macht auf den ersten Blick den Eindruck, als sei es ein sehr oberflächliches Buch, mit Szenenartigen Monologen. Das stimmt auch zum Teil, aber als ich dann auch den Kommentar zum Buch las, wurde mir klarer, dass Éric-Emmanuel Schmitt nicht nur ein Meister der Einfachheit ist, sondern auch ein Meister darin, psychologisch-hintergründige Informationen in sehr einfachen Worten zu verpacken. Zugegeben: Ich bin nicht der, der zu solchen Interpretationen fähig ist, sondern eher derjenige, der sich an philosophische Fragen erfreut. Aber auch diese kommen freilich nicht zu kurz. Der Kommentar zum Buch (von Reclam) bringt es schön auf den Punkt: Gerade in der Religionsfrage wird oft nur beiläufig auf solche Themen eingegangen - aber ich blieb trotzdem immer an solchen Stellen hängen. Interessant ist beispielsweise, wie der Islam hier präsentiert wird, nämlich liebevoll, zuvorkommend, sympathisch.

Monsieur Ibrahim et les fleurs du Coran ist ein tiefgründiges und vielschichtiges Drama, das mich allerdings nicht wirklich begeistert hat. Es ist aber solide und lesenswert, und wer sich wie ich im französischen nicht ganz sattelfest fühlt, der kann zur Reclam-Ausgabe mit der Übersetzung der schwierigeren Wörtern greifen.

Das Buch wurde auch mit Omar Sharif (u.a. Lawrence of Arabia, Doctor Zhivago) verfilmt. Ich habe es noch nicht gesehen, und werde es mir sicher bei Gelegenheit zu Gemüte führen; es hat auf alle Fälle eine gute Kritik erhalten.
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