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Nach einer ziemlich kreativen Diskussion haben eDemokratie, gebsn und kblog einen neuen Vorschlag für einen Button zum "Blog-Codex" ausgearbeitet. Ausgangspunkt der Diskussion war ein Hinweis von gebsn. Er vertrat die Ansicht, falls er ein Blog-neuling wäre und die Ethik-Diskussion nicht gekannt hätte, wohl nicht gewusst hätte, worum es beim Button "Blog-Codex" handeln würde. Im Verlauf der Diskussion wurde weiter erwähnt, dass "Codex" wohl etwas gar zu streng klingt. So haben sie die drei in dieser für alle offenen Diskussion auf das Stichwort "Fair Blogging" geeinigt, zwei kurze Wörter, die auf einen Button von 15x85 Pixel passen. "Fair blogging" drückt Fairness und damit recht genau die Idee von Ethik beziehungsweise der Blogethik aus.

Hier ist der Button:

fair blogging version 01.01

Ich empfehle, diesen Button mit
alt="fair blogging version 01.01" title="fair blogging version 01.01"
einzufügen, um bewusst zu machen, welche Version man unterstützt. Denn die Idee ist, dass die Grundsätze des Fair Blogging sich im Fluss befinden sollten und hin und wieder geändert werden können. Damit man nicht einfach pauschal alle Versionen von fair blogging unterstützt, sollte auch klar gemacht werden, welche Version man meint. Leider hat die Versionsnummer auf dem Button selbst keinen Platz, so dass ich der Meinung bin, dass man entweder via Cursor (title) oder via einem textbasiertem Browser wie lynx (alt) zugänglich machen sollte, um welche Version es sich hierbei handelt. Bislang gibt es erst die Version 01.01, so dass dieser Vorschlag für den HTML-Code so aussieht:
<img alt="fair blogging version 01.01" title="fair blogging version 01.01" src="/adresse/zum/Button.png">

Bei src="..." handelt es sich um die Adresse, wo der Button liegt.
Aktuelle Informationen über die jeweiligen Informationen sind ferner unter dem Button liegend. Das heisst, wer auf den Button klickt, gelangt man auf das Wiki für Fair Blogging von eDemokratie.ch.

Somit lautet der von mir vorgeschlagene vollständige HTML-Code wie folgt:

<a href="http://www.edemokratie.ch/codex/doku.php?id=start"> <img alt="fair blogging version 01.01" title="fair blogging version 01.01" src="/adresse/zum/Button.png"></a>

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eDemokratie lanciert Blogethik-Button

eDemokratie.ch hat vor kurzem einen Button zur Blogethik lanciert: codex_v0101 (bitte auf den Button klicken). Wer diesen Button auf seinen Blog aufschaltet, bezeugt, dass er nach den folgenden Kriterien des Blogethik-Codex Version 01.01 arbeiten will:
  1. Ich akzeptiere das geltende Recht.
  2. Ich blogge mit Respekt.
  3. Ich zeige Dialogbereitschaft.
  4. Ich deklariere Gerüchte.
  5. Ich deklariere kommerzielle Interessen.
  6. Ich deklariere Quellen und Zitate.
http://www.edemokratie.ch/codex/doku.php?id=blog-codex_v01.01

Freilich, die Glaubwürdigkeit einer solchen Erklärung ist begrenzt. Aber ich finde, das ist a) besser als gar nichts und b) ist dies eine ausgezeichnete Idee, neue Blog-Anfänger auf diese Grundsätze hinzuweisen. Schliesslich soll erwähnt sein, dass der Kodex sich möglicherweise weiter verändern kann, da immer neue Ideen oder neue Probleme dazu kommen können, die Änderungen nötig machen können. Mit der Versionsnummer allerdings wird niemandem irgendwelche Grundsätze unterschoben, die man gar nicht wollte, denn man stimmt nur einem Codex mit einer gewissen Versionsnummer zu.

Ich möchte die Gelegenheit nutzen, daran zu erinnern, dass eDemokratie.ch freundlicherweise nach wie vor ein Diskussionsforum zur Ethik-Diskussion zur Verfügung gestellt hat. Auch das (nicht mehr aktive) Wiki von medienpraxis.ch, bei dem man in der Schweiz zum ersten mal in solcher Art und Weise hat diskutieren können, ist nach wie vor vorhanden. Nachdem das Wiki allerdings in die Kritik geriet (vgl. diverse Artikel in meinem Blog), wird auch auf dem Wiki selber darauf hingewiesen, dass das Forum vorzuziehen ist. Dies ist neuerdings nicht zuletzt auch deshalb sinnvoll, weil man nun auch über die Versionen der entsprechenden Codex diskutieren kann.

An dieser Stelle möchte ich mich abermals bei eDemokratie.ch bedanken, dass - erneut! - eine hervorragende Idee aufgegriffen und umgesetzt wurde! Mein Dank geht auch an medienpraxis.ch, deren Wiki ich schon immer - entgegen aller Kritik - voll unterstützte!
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Blogethik-Diskussion vorbei?

Kaum wurde von Christian Schenkel ein Forum eröffnet, um der Kritik über das Blogethik-Wiki gerecht zu werden, will niemand mehr darüber diskutieren. Warum ist das so?

Ich denke, die Ergebnisse von Blogethik-Wiki sind bereits recht ausgereift:

1) Ich akzeptiere das geltende Recht
2) Ich blogge mit Respekt
3) Ich zeige Dialogbereitschaft
4) Ich deklariere Gerüchte
5) Ich deklariere Verantwortlichkeiten
6) Ich deklariere kommerzielle Interessen
7) Ich deklariere Quellen und Zitate

Es sind lediglich sieben Regeln, sie sind also gut überschaubar. Doch was heisst beispielsweise: "Ich akzeptiere das geltende Recht" im Detail? Wann und wo wird der Respekt überschritten, wann nicht? Wie sollen Gerüchte deklariert werden? Reicht es, en passant wie "am Kiosk erfuhr ich..." darauf hinzuweisen?

Ich möchte hiermit alle dazu auffordern, möglichst viel mitzudiskutieren! Und wenn sich niemand getraut, ein Beispiel aus einem Blog zu nehmen, dann soll kblog gern dafür herhalten. Beispielsweise könnte man an einem Artikel gewisse Stile diskutieren... ?

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[Korrekturhinweis] Wiki für Blogethik in der Kritik

Im vorhergehenden Blog habe ich geschrieben:
(BTW: Kann mir jemand sagen, was mit diesen Kommentare passiert ist?)
Zwar habe ich folgende drei Sätze in den Hauptartikel geschrieben, doch möchte ich an prominenterer Stelle alle darauf hinweisen, dass keine Kommentare gelöscht worden sind:
--> UPDATE: Ich habe mich geirrt, es wurden keine Kommentare gelöscht. Ich Schussel habe nur den Link nicht mehr gefunden... ich möchte mich hiermit bei allen für meinen Irrtum entschuldigen!)
Ich möchte mich für den Irrtum nochmals mit aller Ausdrücklichkeit entschuldigen. Wie im Kommentar des Hauptartikels geschrieben, möchte ich ebenfalls hier noch einmal erklären, wie mein Irrtum zu stande kam:


Ich habe nochmals nachgesehen und festgestellt, dass ich tatsächlich eine Seite übersehen habe: Im Menu des Blogethik gibt es unter Menüpunkt 5:
"5. Alte Seiten Hinweise, Text (nicht mehr aktiv, aber zugänglich)"

Ich habe übersehen, dass es sich bei "Hinweise" und "Text" um zwei Links handelt; den Link "Text" hatte ich gesucht.
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Wiki für Blogethik in der Kritik

Das Wiki zur Blogethik ist unter anderem durch Matthias im Blog von blog.ch in die Kritik geraten. Meiner Meinung nach ist Matthias' Kritik zum Teil recht zu geben. medienpraxis.ch hat bereits eine Antwort zur Kritik gebloggt.

Ich kann mich zum grössten Teil der Antwort von medenpraxis.ch anschliessen, doch möchte seine Argumente selber kommentieren:

Matthias:
"Ich fand es etwas merkwürdig, wie uninformiert (man kann es auch unvoreingenommen nennen, kommt aufs gleiche raus) an die Sache herangegangen wurde. Die Ethik-Diskussion läuft immerhin bereits seit Jahren. Auch Meta-Diskussionen um Sinn, Unsinn, Nutzen und Zweck solcher Diskussionen bzw. der daraus resultierenden Richtlinien sind beileibe nicht neu. Aber in den beteiligten Blogs wurde so darüber geschrieben, als sei das eine brandneue Sache; offenbar hatte sich niemand über die bisher erarbeiteten Resultate informiert. Gerade die Ethik-Meta-Diskussionen wären eine sehr lehrreiche Lektüre gewesen und hätten wohl den grössten Teil dieses Postings überflüssig gemacht.
Immerhin sind nach einiger Zeit im Wiki Hinweise auf Rebecca Bloods Standardwerk und auch einige andere massgeblichen Texte aufgetaucht. Immerhin. "
Tatsächlich gingen wir mit relativ wenig Wissen an dieses Thema heran. Das Ziel war jedoch meiner Meinung nach auch, möglichst viel Wissen zu diesem Thema zusammen zu tragen, bevor man zu diesem Thema schlüsse daraus zieht. Ich möchte hiermit auf die Blogkommentare bei medienpraxis.ch hinweisen, die relativ klar die Entstehungsgeschichte des Wikis und der Idee aufzeigen. Die Idee konkret angestossen hat vor allem Christian Schenkel, der unter eDemokratie.ch bloggt.
Ich teile auch nicht die Ansicht, dass die Idee als eine "Brandneue Sache" verkauft wurde, denn aus diesen Kommentare geht bereits hervor, dass offensichtlich bereits Ansätze für eine deutschsprachige Blogethik vorliegen.

Vielleicht hat es aber tatsächlich ein Missverständnis gegeben, worauf auch medienpraxis.ch in seiner Antwort, dass möglicherweise "tatsächlich falsch kommuniziert" worden sei, hinweist: Nämlich, dass das Wiki mehr ein Versuch ist, über die Blogethik zu diskutieren. Die Diskussion über das "wie" wurde denn auch bereits in den ersten Tagen lanciert, denn relativ schnell wurde nach Vorschlägen von einigen Bloggern und einigen Kommentatoren im Wiki auch klar, dass man sich auf höchstens 12 Punkte beschränken soll, und auch auf gesetzliche Grundlagen wurden hingewiesen.
Leider sind bereits viele Kommentare nicht mehr auffindbar, aber vor allem zum Ruf nach den gesetzlichen Grundlagen habe ich selber beigetragen, was u.a. indirekt auch bei gebsn dokumentiert wurde. (BTW: Kann mir jemand sagen, was mit diesen Kommentare passiert ist? --> UPDATE: Ich habe mich geirrt, es wurden keine Kommentare gelöscht. Ich Schussel habe nur den Link nicht mehr gefunden... ich möchte mich hiermit bei allen für meinen Irrtum entschuldigen!)
Matthias:
"Es ist nett, zu so einer Diskussion persönlich eingeladen und mit extra special Logindaten versehen zu werden, die mir mehr Rechte geben als dem Normalblogger. Das schmeichelt dem Ego, man fühlt sich endlich in der Stratosphäre der A-List-Blogger etabliert.
Aber gleichzeitig ist dieses Vorgehen leider, leider, intransparent und elitär. Es kann doch nicht sein, dass ich und einige wenige handverlesene Mitblogger mehr Rechte haben als andere.
Es verwundert dann schon fast gar nicht mehr, dass einige Seiten nur mit dem extra special login lesbar sind: Punkt 3 und 4 im Projekt Blogethik - Menü führen den Normalblogger zu einem rüden Du bist nicht berechtigt, diese Seite zu lesen. Autsch. Also, Leute: Blogs sind ein verteiltes Medium, in dem jeder und jede dieselben Rechte hat. Wenn die Blog-Ethik-Diskussion nicht nach diesen Spielregeln erfolgt, wird sie ad absurdum geführt. Und ich verzichte ich dankend und leichten Herzens auf eine Teilnahme."

Ich wurde selber in die Diskussion eingeladen, ich fühle mich aber überhaupt nicht als "A-List-Blogger", bin ich doch erst seit Juni 2005 in der Blogsphere. Und im Gegensatz zu Matthias empfand ich es auch nicht als "dem Ego" schmeichelnd, in einem solchen Wiki mit zu arbeiten, sondern nur als logische Fortsetzung der Diskussion. Ich hatte sogar vor der Ankündigung, ein Wiki zu eröffnen, angekündigt, eine Recherche über Blogethik zu betreiben.
Dass ein solches Wiki ausgewählt wurde, in dem einige Mitblogger mehr Rechte haben als andere, fand ich ebenfalls von Anfang an unglücklich. Ich fand und finde jedoch, dass diese Gelegenheit besser sei als gar keine. So lange wir keine besseren Ort zur Verfügung haben, um dieses Thema zu diskutieren, finde ich, sollten wir es auch mit diesem Wiki tun. So bald etwas besseres zur Verfügung steht, sollten wir selbstverständlich wechseln. Vor allem der Punkt, dass die Entwürfe 1 bis drei (wobei nur im Entwurf 1 geschrieben wurde, in den Entwürfen 2 und 3 stand nichts, wobei mittlerweile Entwurf 2 im Zentrum der Diskussion steht)

UPDATE: Kurz vor der Veröffentlichung des vorliegenden Artikels habe ich erfahren, dass eDemokratie.ch ein solches Forum veröffentlicht hat, das unter http://edemokratie.ch/blogcodex/ zu finden ist. Ich möchte Christian Schenkel an dieser Stelle herzlich danken!


Matthias:
"Ethik kann nicht in Listen erfasst werden! Regelwerke, wie sie im Wiki gerade entstehen, sind unbrauchbar. Katechismus nein danke.
Was es wirklich braucht -wenn überhaupt, diese Frage ist völlig offen- sind einfache, handfeste Leitplanken für das persönliche Bloggen. Letztendlich nichts weiter als der ganz normale gesunde Menschenver- und Anstand."

Es stimmt, Matthias, dass Ethik nicht in Listen erfasst werden können. Ferner stimmt es auch, dass ethische Richtlinen bereits aus dem gesunden Menschenver- und Anstand entspringt. Doch diese beiden Argumente sind aber meiner Meinung nach viel zu einfach. Mit diesen beiden Argumenten könntest Du jedes Gesetz überflüssig machen, à la: "Den Artikel 112 StGB für Mord brauchen wir nicht, denn dass man das nicht darf, sagt schon der gesunde Menschenver- und Anstand... und was strafbar ist bzw. sein sollte, das kann man gar nicht in einer Liste erfassen..." Hier sieht man auch, dass die beiden Argumente zwar stimmen, aber trotzdem muss man a) eine solche Liste machen (nur schon um dem Art. 1 StGB, dem Grundsatz nulla poena sine lege zu genügen) b) nicht nur dem Menschenverstand überlassen, da viele Probleme später eben nicht mehr einfach so damit bzw. für die meisten nicht mehr einfach so zu lösen sind.

Darüber hinaus lohnt es sich meiner bescheidenen Meinung nach, durchaus, mal ernsthaft und miteinander über Blogethik nachzudenken und auch gesetzliche Grundlagen klar zu wiedergeben, um Klarheit zu schaffen, was eigentlich erlaubt ist und was nicht. Ausserdem: Hast Du einen besseren Vorschlag als eine solche Liste? Falls ja, dann schreibe diesen Vorschlag bitte in das Forum von eDemokratie.ch
Matthias:
"Und man möge mir Zynismus vorwerfen, aber solche Diskussionen dienen erfahrungsgemäss vor allem dem Status und dem Technorati Linkrank."
Ja, ich zum Beispiel werfe Dir Zynismus vor, aber insofern, als dass Du mit dieser Kritik bestimmt wieder Deinem Linkrank etwas verbessert hast, nicht? Wenn Du jeweils so argumentieren willst, dass man eine Diskussion nicht starten dürfe, weil man damit den Linkrank erhöhe, dann solltest Du wohl konsequenterweise lieber nicht bloggen.
Ich finde die Diskussion über den Linkrank (v.a. auch um die Top 100-Swiss-Blogger) hat ein Gewicht erhalten, das masslos übertrieben ist. Ich kann nicht nachvollziehen, warum der Linkrank so furchtbar wichtig sein soll; für mich hat die Top-100-Liste bestenfalls einen Unterhaltungswert und mehr nicht.
Und was mich selber betrifft: Ich hätte nie gedacht, dass ich mit meinem Bewertungsversuch so hohe Wellen schlagen würde; denn mein Ziel war es lediglich, die Affaire um die Blogartikellöschung von ignoranz.ch nicht so rasch in Vergessenheit zu geraten lassen und hoffte, dass es noch ein weilchen ein Thema bleiben könnte. Ich vermute, mich wird man in einigen Monaten auch kaum mehr einer mehr kennen, und mir wäre das auch Wurst. Es gibt also tatsächlich Leute, die offenbar nicht an den Linkrank denken!
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Wikiprojekt zur Blogethik

Das Wiki zur Diskussion bezüglich Blogethik wurde nun eröffnet. Wir laden alle Blogger und interessierte ein, an der Diskussion teil zu nehmen, um eine möglichst hohe Tiefe und Breite zu erreichen.

An dieser Stelle sei medienpraxis.ch gedankt, die das Wiki hierfür eröffnet hat.

Das Echo zu diesem Wiki findet sich unter anderem in folgenden Blogs wieder:

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[update] Bloggen ohne journalistische Ethik?

medienpraxis.ch fand meinen Artikel "Bloggen ohne journalistische Ethik?" einen Kommentar wert. Unter dem Artikel von medienpraxis.ch wurden bei den Kommentare zum Artikel einige weitergehenden Überlegungen gemacht. Vor allem die Frage von Christian Schenkel, ob es einen ethischen Kodex für Blogger gäbe, hat dort für Aufsehen gesorgt.

Ralph weist darauf hin, dass Thomas N. Burg eine ähnliche Thematik und hierfür ein Wiki eingerichtet habe, Ster will zu diesem Thema ein eigenes Wiki erstellen.


Christian Schenkel hat unterdessen diese Diskussion ebenfalls aufgegriffen.

Es scheint sich im Moment eine Arbeit bzw. Diskussion zwischen mehreren Personen abzuzeichnen, an der ich mich selber gern anschliessen will.
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Bloggen ohne journalistische Ethik?

Spätestens seit der Löschung eines Blogartikels von ignoranz.ch stellt sich die Frage, ob ein Blogger sich denn alles erlauben darf?

Zunächst ist festzuhalten, dass die Grenzen des schweizerischen Rechts selbstverständlich auch im Internet gelten. Vor allem ist unter anderem an die Artikel 28 ff. ZGB zu denken, die das Persönlichkeitsrecht des einzelnen schützen. Das bedeutet, dass jeder, der seine Persönlichkeit, seine Ehre in Gefahr sieht oder verletzt worden ist, gegen die voranstehende oder bereits erfolgte Veröffentlichung vorgehen kann - allerdings nur unter gewissen Umständen. So darf zum Beispiel der Name der Firma veröffentlicht werden, wie z. B. dies der Tages-Anzeiger es tat, weil nach der Verurteilung des Gerichts ein gewisses öffentliches Interesse besteht, dass der Name der Firma bekannt wird.

Wie im vorhergehendem Blogartikel erwähnt, wurde unter anderem in der schweizerischen Tageszeitung "Tages-Anzeiger" ein Artikel veröffentlicht, der von einer Verurteilung des Geschäftsführers der APS Reinigungen GmbH berichtet, weil der Geschäftsführer eine ausländische stellensuchende "grob diskriminiert" habe. Weil der Geschäftsführer noch im Gerichtssaal ankündigte, gegen dieses Urteil Nichtigkeitsbeschwerde zu erheben, ist davon auszugehen, dass das Urteil noch nicht rechtskräftig ist. Die Firma wurde jedoch in dieser und weiteren Publikationen ausdrücklich genannt.

Ignoranz.ch hat jene Firmen, die die Reinigungsfirma in ihrer Referenzliste aufgelistet hatte, im gleichen Artikel genannt und diese im Zusammenhang mit der Firma gestellt. Es fragt sich, ob dieses Vorgehen aus dem ethischem Standpunkt des Journalismus vertretbar sei oder nicht.

Ein guter investigativer Journalist eines Printmediums hätte vermutlich in diesem Fall nur schon aus Gründen der weiteren Information die entsprechenden Referenzen angerufen und sie um ein Interview, ihre Meinung oder Rechtfertigung gebeten.
In diesem Fall handelt es sich jedoch nicht um ein Printmedium, sondern um einen Blog, der vermutlich in der Freizeit erstellt wird, also um einen Amateur-Journalisten. Selbstredend sind Amateure genauso wie Professionelle an das schweizerische Recht gebunden. Aber meiner Meinung nach kann man Amateur-Journalisten nicht verlangen, denselben investigativen Aufwand wie bei einem professionellem Journalisten zu machen müssen. Denn damit würde die schweizerische Medienlandschaft stark geschwächt, besteht doch die heutige schweizerische Medienlandschaft zu einem guten Teil aus Amateur-Journalisten; ich denke da vor allem an die vielen kleineren Publikationen innerhalb von Vereinen und von vielen kleineren Gemeinden - und an die Blogs.

Der Schweizerische Presserat schreibt den Journalisten unter anderem folgende Pflicht vor:
"7) Sie respektieren die Privatsphäre der einzelnen Personen, sofern das öffentliche Interesse nicht das Gegenteil verlangt. Sie unterlassen anonyme und sachlich nicht gerechtfertigte Anschuldigungen."
Ignoranz.ch hat im betreffendem Artikel keine Schuldanweisungen gegen jene Firmen und Organisationen, die diese Reinigungsfirma beauftragen oder hatten, erhoben. Ignoranz.ch hat lediglich diese Firmen und Organisationen ausdrücklich genannt und ihnen ins Bewusstsein gerufen, dass sie mit ihrem Auftrag indirekt solche Diskriminierungen unterstützen.

Fazit: Das Bloggersein hat seine journalistischen Grenzen, man kann nicht alles schreiben, was man will. Ignoranz.ch ging wohl relativ nahe an diese Grenze, aber hat sie aus meiner Sicht nie überschritten. Ich bedauere sogar, dass die grösseren Zeitungen offensichtlich nicht dieselbe Recherchen betrieben hat, da sie ansonsten gesehen hätten, dass mitunter auch einige Organisationen die Reinigungsfirma beauftragen, die im sozialen Bereich tätig sind. Dies ist pikant und hätte womöglich dadurch ein breiter diskutiertes Thema werden können.

blog.ch dokumentiert ferner in einem "Nachtrag" Blogs, die über diesen Fall berichtet haben.
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