BloggalleryKontakt

blogroll

links

supported by

1. August: ohne diesen Tag gäbe es die Schweiz nicht

Alljährlich zum ersten August amüsiere ich mich, immer wieder auf das Neue. Da schwingen Politiker von links und rechts Reden über die Schweiz, Ihrer Gründung und - seit den letzten Jahren sehr aktuell - die Neutralität der Schweiz. Aber es geht sogar weiter, auch Nichtpolitiker drücken Ihren Patriotismus aus, in dem sie Flaggen der Schweiz kaufen und im Wind wehen lassen oder sogar erpicht "patriotische Lebensmittel" kaufen.
Nein, darüber amüsiere ich mich nicht, sondern darüber, auf welchem historischen Irrtum wir doch aufsitzen, die uns Politiker immer wieder wiederkäuen! Die Schweiz wurde nämlich weder an einem 1. August noch 1291 gegründet. Der Höhepunkt der Ironie findet sich darin, dass der 1. August sogar erst seit 1994 Bundesweit ein Arbeitsfreier Tag ist, nachdem sich die Schweiz - wie anders sonst? - 1993 an der Urne für die Volksinitiative entschieden hat.

Vielleicht vorweg, bevor ich in die Tiefe gehen werde: Ich kann mich auf keine Quellen berufen; ich schreibe vor allem aus meiner Erinnerung aus einer früherem verschiedenen Artikel (u.a. der Wochenzeitschrift "Magazin" des Tages-Anzeigers) und einer oder zwei Vorlesungen zur neueren Verfassungsgeschichte an der Universität Zürich. Vereinzelt habe ich im Internet einiger Quellen bedient, um das Gedächnis etwas stüzen zu können. Am Ende des Artikels sind die Quellen (und einige weitere, nur überflogene Texte) aufgelistet. Wer Quellen, Anmerkungen, Fehlermeldungen und andere Hinweise hat, soll mir dies bitte via Kommentar mitteilen.

Der Mythos von 1291

Um den Mythos von 1291 verstehen zu können, müssen wir ironischerweise zunächst ins 19. Jahrhundert. Die Schweiz hatte nämlich nach dem Sonderbundskrieg vom 3.-29. November 1847 eine schwere Hypothek zur Staatsgründung, da damit ein Konflikt zwischen den Religionen (Katholiken/Jesuiten versus Protestantismus) und den Machtgefälle zwischen Stadt und Land (Liberalismus kontra Konservativismus) ausgefochten wurde. Dieser Krieg wurde von den Innerschweizer Kantone verloren.
Am 12. September 1848 gab sich die Schweiz ihre erste Bundesverfassung, mithin wurde auch dder Schweizer Bundesstaat, wie wir ihn heute kennen, gegründet. An und für sich müsste deshalb der 12. September der Nationalfeiertag der Schweiz sein. Doch durch diesen Krieg und die Tatsache, dass die Innerschweizer Kantone bis heute die Schweizer Bundesverfassung nie angenommen haben - weder 1848 noch 1874 noch 2000 - konnte natürlich ein 12. September für einen Staat mit den vier verschiedenen Kulturen sowie eine lange und turbulente Geschichte als Staatenbund, Zentralstaat (während der Helvetik unter Napoleon) und ebendiesem Bürgerkrieg nur schlecht Identitätsstiftend sein. Kommt dazu, dass in der Bundesverfassung noch lange Zeit einen Artikel existierte, der Jesuiten aus der Religionsfreiheit ausschloss - das stiess mehreren Kantone sauer auf.
Der Bundesrat hat Anfangs des letzten Jahrhunderts feststellen müssen, dass die Schweiz unbedingt einen stärkeren Zusammenhalt, eine stärkere Identität braucht. Dafür setzten sie viele Massnahmen ein, unter anderem diesen 1. August.

Der Bundesbrief

Der Bundesbrief von 1291 wurde sozusagen gefunden, weil man ihn finden wollte - er ist in Tat und Wahrheit für die Staatenbildung ein völlig unbedeutendes Dokument, das sogar auf ein noch älteres (nicht erhaltenes Dokument) verweist. Die alte Eidgenossenschaft war ursprünglich ein Staatenbund, das heisst, es gab kein eigener Staat, wenn man von den Kantonen einmal absieht. Die Kantone verbündeten sich, es bestanden also Verträge. Im 12. und 13. Jahrhundert (und meiner Erinnerung nach eventuell sogar noch früher) bestanden viele solche Dokumente, Wikipedia nennt deren 82. Warum man ausgerechnet dieses Dokument nahm, weiss ich nicht genau, so weit ich mich aber aus der Vorlesung erinnere, war eigentlich die Auswahl mehr oder weniger zufällig und war ungefähr in der Mitte des Zeitraums, aus der die Historiker die Dokumente zur Verfügung hatten.
Ein weiterer Grund für den Blick in die Vergangenheit war der Tell-Mythos. Das passte nämlich auch gleich wunderbar zusammen obwohl der Mythos vor allem durch das 1804 von Friedrich Schiller geschriebene Schauspiel bekannt wurde. Mit anderen Worten, der Bundesbrief war nichts Anderes als ein gefundenes Fressen für unsere damaligen Politiker, die die Schweiz mehr Identität verleihen wollten - was zum Glück gelang.

Die Neutralität

Dies ist ein Thema für sich, ich erwähne es aber, weil in den letzten Jahren wiederholt Reden über die Neutralität gehalten wurden. Man sei stolz auf die Neutralität, man solle sie immer wahren, es sei eine urschweizerische Tradition, hört man immer wieder.
Urschweizerisch? Ja, wie Urschweizerisch kann denn etwas sein, das uns 1815 am Wiener Kongress aus Geo- und Wirtschaftspolitischen Gründen nach der Niederlage Napoleons in der Schlacht von Waterloo uns aufgezwungen wurde? Nachdem die von Napoleon aufoktroyierte Helvetische Republik, die nie wirklich funktionierte, mit seiner Niederlage in Waterloo ganz zusammen fiel, wurde am Wiener Kongress von 1815 unter der Leitung von Fürst von Metternich beschlossen, dass das Gebiet, das vorher unter Napoleon die helvetische Republik war, ein eigenes autonomes Gebiet sein sollte - wenn es dafür die "immerwährende Netralität" bewahre. Hintergrund dieser Idee war, dass man nach den Erfahrungen Napoleons einerseits gesehen hat, dass dieses Gebiet schwer zu kontrollieren ist, da deren Bürger zu wenig unterwürfig waren (insofern mag die Freiheitsliebe der Schweiz wohl schon seit sehr langem zutreffen), andererseits hat man auch gesehen, dass dieses Gebiet militärisch durch seine Topologie nur schwer zu erobern war. Trotzdem konnte das Gebiet aus wirtschaftlichen und geopolitischen Gründen keinem kalt lassen: Das Gebiet war schon damals für den Verkehr Nord-Süd und Ost-West bedeutend.
Die Neutralität der Schweiz kam aber auch der Schweiz sehr gelegen, weil die Schweiz es stets verstand, ihre Neutralität auszunutzen. Die Schweiz war historisch gesehen noch nie wirklich neutral, sondern nur dann, wenn es in ihren Interessen gelegen hat. Gut zu beobachten war dies im zweiten Weltkrieg, wo sich die Schweiz zwar Mühe gab, neutral zu sein, aber eben auch nur dann, wenn es ihren Interessen diente. So waren auch Geschäfte mit den Nationalsozialisten wie auch mit den Kommunisten oder den Westmächten möglich -- aus purem Eigennutz. Dasselbe wiederholte sich während dem gesamten kalten Krieg bis 1991. Auch heute, im Israel-Libanesischen Krieg ist dasselbe wieder zu beobachten. Israel hat von der Schweiz Kriegsmaterialien gekauft, weswegen der Bundesrat keine klare Kritik gegen Israel anbringen will (ob das Vorgehen Israels als positiv oder negativ zu bewerten ist, darüber will ich keine Äusserung machen).

Um es klar zu stellen: Ich bin zwar nicht sehr patriotisch, aber ich bin auch nicht gegen den 1. August. Denn ohne Ihn (bzw. unter anderem...) gäbe es die Schweiz nicht! Aber sich über die Ironie amüsieren darf man sich doch, oder?

Quellen:
Ähnliche Beiträge:
Kritik an Bush wird immer lauter
Leuenberger über niedergerissene Hemmschwellen
SVP Luzern verteidigt Rütli-Beleidigungen
Mit Blogs gegen Zensur im Iran
Ganji beendet den Hungerstreik
Comments (5)  Permalink

Barfuss durch Hiroshima 1

Eigentlich wollte ich dieses Wochende wieder mal eine Rezension schreiben. Doch ich komme aus Zeitgründen nicht dazu. Aber als ob ich das bestellt hätte, publiziert nja eine Rezension, die wirklich lesenswert ist. Ich kenne das Buch nicht, aber ich habe auch schon anderswo positive Kritiken über diesen Comic lesen können.
Passend dazu empfehle ich eines der ohnehin immer sehr lesenswerten Tischgespräche. In diesem wird auch den Comic aufgegriffen.
Ähnliche Beiträge:
Die ISBN-Nummer wird abgeschafft
Comments (0)  Permalink

Iran lässt Akbar Ganji frei

Gemäss menschenrechte.blogg.de und alsharq.blogspot.com hat Iran den iranischen Journalisten und Dissidenten Akbar Ganji, über den kblog bereits mehrmals berichtete, freigelassen.
Ähnliche Beiträge:
Reporter ohne Grenzen bittet Ganji, seinen Hungerstreik abzubrechen
Ganji beendet den Hungerstreik
Zensur in China
Akbar Ganji: iranische Justizbehörden bleiben gandenlos
Marjane Satrapi (Iran/France)
Comments (0)  Permalink

Ein eindrückliches Al Jazeera Interview

Rethorik.ch hat heute einen Artikel über ein sehr interessantes Interview des beliebten arabischen Newssenders, der gern mit als "arabische CNN" betitelt wird, veröffentlicht. Der Sender interviewt die Psychologin Wafa Sultan, die sehr pointiert ihre eigene Meinung über den Islam spricht.
Ihre Aussagen haben mich fast von Stuhl gehauen. Sie, die syrisch-amerikanisch ist, also als Frau (!), verurteilt den Islam. So offen und direkt habe ich bisher noch nie jemanden sprechen hören, der aus dieser Region stammt.

Ich muss allerdings abschwächen: Ich kenne ihre Biografie nicht. Auch wenn sie fliessend arabishc zu sprechen scheint, weiss ich nicht, ob sie in syrien aufgewachsen ist und wo sie studiert hat. Zum Artikel von Rhetorik.ch...
Comments (2)  Permalink

Was darf Meinungsfreiheit?

Mit anaximander habe ich eine sehr interessante Diskussion begonnen. Zufällig wurde dieses Thema auch im Magazin des Tagesanzeigers ebenfalls diskutiert und spiegelt genau das wider, was ich in den knappen Zeilen auf der Seite von Side Effects bereits habe ausdrücken wollen. Worum geht es denn eigentlich?

Ich habe grundsätzlich zur Diskussion gestellt, inwieweit eine Karikatur, die ein zentrales Element der Religion lächerlich macht oder angreift, einen Angehörigen dieser Regligion beleidigen könne. Geht diese Beleidigung so weit, dass man sagen muss, dass es die Persönlichkeitsrechte des Einzelnen verletzt und damit in Schranken der Freiheit zu weisen ist? Ich weiss es nicht, aber ich bin eindeutig der Ansicht, dass man genau das international diskutieren muss. Ich meine jetzt nicht nur die Karikaturen von Mohammend, nein. Es gibt auch Bilder, ja sogar brutale Filme, die Juden in abrundtiefster Weise darstellen und beispielsweise in Saudi-Arabien gezeigt werden (Quelle: 10vor10). Eine Filmszene zeigte etwa eine rituelle Schlächtung eines vielleicht etwa 10-jährigen Jungen in brutalster und bestialischer Weise (man sah Blut, hörte die Schreie und das Flehen des Jungen). Zeichentrickfilme, die offenbar eindeutig Kinder zur Zielgruppe haben, zeigten Selbstmordattentäter, die in heroischer Weise auf eine Karawane von Juden sprangen. Eine weitere Szene persifilierte Maria und Joseph im Stall von Bethlehem nach Christis Geburt. Alle drei wurden als Tiere gezeigt, unter anderem als Affen und als für Muslime als unrein geltende Schweine.

Ich muss vielleicht vorausschicken, dass ich Atheist bin. Mich berühren all diese Dinge nicht in religiöser Weise, sondern in der Art und Weise, wie über andere Religionen gedacht wird. Dass Maria und Joseph als Tiere dargestellt werden, ist mir wurst, so lange dies als Witz bleibt und nicht ernsthaft propagandiert wird. Aber bei der Schlächtung eines Jungen wird suggeriert, dass Juden brutale Menschen seien und beim Zeichentrickfilm handelt es sich um pure Propaganda. Und da liegt das Problem.

Aber auch in Karikaturen steckt oft ein Körnchen Wahrheit, oder wenn man so will, auch ein Körnchen Propaganda. Insofern sind, objektiv betrachtet, auch "unsere" Karikaturen Mohammeds nicht ganz unbedenklich. Zudem habe ich bereits in der Antwort an anaximander betont, dass man unter Umständen auf die Zielgruppe Rücksicht nehmen muss. Die Frage stellt sich natürlich, worauf man denn hier abstützen will?
In einem berühmten Urteil (PDF, siehe S. 22) des Zürcher Obergerichts um den Fall "Rolf Knies neueste Elefantennummer" wurden drei Journalisten vom Vorwurf der Beschimpfung freigesprochen, von der Vorinstanz (Bezirksgericht) jedoch verurtelt (vgl. letzter Absatz). Das Urteil wurde, so weit mir bekannt, nicht weitergezogen, weshalb der Freispruch gültig ist. Aber gerade diese zwei verschiedene Urteile belegen, dass ein solches Urteil sehr schwer zu fällen ist, und dies, obwohl die Klage strafrechtlicher und nicht zivilrechtlicher Natur war. Das Strafrecht ist notwendigerweise (Stichwort: nulla poena sine lege - keine Strafe ohne Gesetz, auch Art. 1 StGB) viel klarer reglementiert als das Zivilrecht (Art. 30 ff. ZGB). Und trotzdem war die Klage offensichtlich nicht Aussichtslos, auch wenn es sich um zwei prominenten Personen handelten, die eher noch als eine private, anonyme Person mit einer entsprechenden Nennung in einer Satire auftauchen dürfen, die sogar Ehrverletzend sein könnte.
Wie auch immer, es handelt sich beim Fall des Elefantennummer-Cartoons um eine Güterabwägung. Ist die Meinungsfreiheit im Interesse des öffentlichen Interesses stärker zu gewichten oder das Interesse eines einzelnen? Dies ist aber nicht ganz mit unserer Problematik zu vergleichen, da wir von Angehörigen einer Regligion sprechen. Mit anderen Worten, wir sprechen nicht nur von einem oder zwei Individuen, die sich betroffen fühlen könnten, sondern von vielen, von Angehörigen einer Regligion, von tausenden oder gar millionen von Menschen. Erhält die Thematik dadurch ein anderes Gewicht?
Meine Meinung ist die, dass wenn es ein öffentliches Interesse gibt, dass es auch ein öffentliches Interesse für Minderheiten, oder vielleicht auch etwas anders betrachtet, ein öffentliches Interesse für Gruppen gibt, die in der Mehrzahl nicht in der Schweiz leben. Ein solches Konstrukt gibt es bereits im Antirassismusgesetz. Bekanntlich stellen beispielsweise Juden oder Armenier in der Schweiz eine grosse Minderheit dar, jedoch hat diese Gruppe ein grosses Interesse national und international verteidigt zu werden.

Für mich ist eine internationale Diskussion über diesen Sachverhalt deshalb unvermeidlich. Offenbar wurde damit auch die Karikatur globalisiert, sie wurde zu einem globalen Thema, sie wird öffentlich und überall diskutiert. Zwar gab es zuvor auch andere Karikaturen, die global bekannt wurden, aber ein solches Ausmass haben zuvor mit Sicherheit noch nicht viele Karikaturen erreicht.

Um noch einmal auf das Magazin zurück zu kommen: Das Magazin veröffentlichte einen Comic der Künstlerin Parsua Bashi, den sie bereits vor Monaten und deshalb unabhängig von der aktuellen Debatte erstellt haben soll. In diesem zeigt sie auf, dass der Westen durchaus nicht ganz ohne Tabus ist, durchaus nicht ganz so unverfroren ist, wie sie sich gibt. Gerade weil sie in diesem Auszug die Religion nicht anspricht, ist dieser Comic äusserst interessant. Sie provoziert nicht mit Religion, sondern mit Mode. Ihre Hauptfigur, die wie sie selber eine aus dem Iran stammende Künstlerin ist, provoziert eine Schweizerin mit mehreren Modestrecken, die unter anderem "Sweet Slaves" und "Hot 9/11" heissen. Sie zeigt damit, dass es eben auch für uns Grenzen gibt, ja sogar Tabus gibt, die - wie sie es treffend ausdückt, "von den Leuten selbst zensiert werden". Gerade "Hot 9/11" wird das provozierendste Beispiel dafür sein. Mode, die Hot 9/11 genannt wird? Sie stellt dies dem im Westen verharmlosten Kolonialismus gegenüber, in dem sie ein Beispiel in einer Modezeitschrift aufgreift, das ein Mode-Artikel mit dem Namen "Colonial-Girl" zeigt. Genauso wie durch die Attentate des nine-eleven viele Menschen starben, gab es sehr viele Opfer durch den westlich veranlasten Kolonialismus. Wenn ich mir da einen persönlichen Kommenar erlauben darf, dann würde ich sagen, dass die Opfer des Kolonialismus sogar weitaus zahlreicher waren.
Sie stellt sich auch gleich die unweigerlich aufkeimende Frage: "Wie kann man frei sein... und über bestimmte Themen trotzdem nicht reden? Und was bedeutet das für die Meinungsfreiheit"?

Ich sage es noch einmal: Die Grenzen der Meinungsfreiheit müssen international diskutiert werden.

PS: Das Buch von Parsua Bashi werde ich kaufen, so bald es auf dem Markt ist... vielleicht kann mir nja helfen, die Wartezeit zu verkürzen?
Ähnliche Beiträge:
Zensiert Google China?
Zensur in China
Mit Blogs gegen Zensur im Iran
Comments (12)  Permalink

Coretta Scott King ist tot

Coretta Scott King, die Witwe des 1968 ermordeten Friendsnobelpreisträgers Dr. Martin Luther King jr. ist am letzten Montag 78-jährig gestorben. Wie ihr Mann hat Corretta King ihr Leben lang der Bürgerrechtsbewegung gewidmet, um die Diskriminierung gegen die schwarze Bevölkerung, die bis heute andauert, aufzuheben.

Ein sehr langer Artikel mit sehr ähnlicher Thematik ist in Vorbereitung.

via Weblog Menschenrechte und einigen Zeitungsberichten.
Ähnliche Beiträge:
Mövenpick diskriminiert Rollstuhlfahrer
Viel beachteter Blogartikel nach Drohungen gelöscht
Will Blocher amerikanische Verhältnisse einführen?
Comments (0)  Permalink

Swisscom-Aktien verschenken?

Christoph Blocher zeigt sich für einmal als SVP-Hardliner grosszügig zum Volk. Ja, zum Volk, ohne Ausnahme, sowohl die Reichen als auch die Armen. Gerade die letztere Zielgruppe ist für Bundesrat Blocher, selbst Multimilliardär, ein Novum. Warum sollte man denn plötzlich Aktien der Swisscom verschenken? Das sei doch nur richtig, sagt Blocher gegenüber der Sonntagszeitung, hätten wir doch ohnehin jahrelang mit der Swisscom viel zu teuer telefoniert.

Wie bitte? Blocher will uns das Geld, das die Swisscom durch ihre Monopolstellung zu viel abknöpfte, zurückzahlen? Dass ich nicht lache! Das ist für mich billigster Populismus - wenn er sich da wenigstens der ehemalige republikanische US-Präsident Ronald Reagan zum Vorbild genommen hätte! Reagan hatte seinerzeit ebenfalls "Steuern verschenkt", er versprach, jedem Amerikaner Dollars zu schenken. Aber seine Argumentation war relativ einleuchtend: Er wollte damit die Kauflust des Volkes anregen - und die angeschlagene Wirtschaft wieder ankurbeln.

Natürlich, Geld kann auch ich brauchen. Aber wenn ich langfristig denke, dann will ich eigentlich lieber, dass dieses Geld zum Abbau von Staatsschulden beiträgt und nicht meine eigene Kasse verbessert. Wenn ich mich recht erinnere, war es gerade (auch, nicht nur) die SVP, die die Öffnung der letzten Meile verhinderte oder verzögerte. Da ist es nur zynisch, wenn ein SVP-Hardliner dem Volk die Mehrkosten durch das Monopol der Swisscom zurückzahlen will.
Denn wenn ich so in den Staat investiere, erhoffe ich mir auch, dass die Wirtschaft sich bessern kann, da mit der geringeren Schuldlast auch die Steuerzinsen verhältnismässig - und fair an alle verteilt - gesenkt werden kann. So kommt mir und der Wirtschaft das Geld indirekt ebenfalls zu Gute, mit dem Nebeneffekt, dass das Geld fair verteilt wird.

Last but not least: Gemäss der Sonntagszeitung soll die Giesskanne etwas mehr als Fr. 1000.-- ausgiessen. Aber ich habe nicht den Eindruck, dass dieses Geld mich auch nur annähernd für die Monopolmehrkosten entschädigen wird.

(via Side Effects)
Ähnliche Beiträge:
Verzettelt sich Google?
Zensiert Google China?
Will Blocher amerikanische Verhältnisse einführen?
Comments (6)  Permalink

Mövenpick diskriminiert Rollstuhlfahrer

Wie 20Minuten berichtete, wurde ein Rollstuhlfahrer aus angeblichen Sicherheitsgründen diskriminiert. Für mich ist es absolut keine Frage, wenn ein Sicherheitsmann einen Rollstuhlfahrer einfach von sich aus wegfährt. Darüber kann auch die Tatsache nicht hinwegtäuschen, dass der Security-Angestellte den Rollstuhlfahrer anwies, an eine Stelle im Eingangsbereich zu fahren. Als daraufhin der Angewiesene antwortete, dass er auf sich selber aufpassen könne, fuhr der Sicherheitsmann ihn einfach weg.

Mövenpick soll den Vorfall so kommentiert haben:
Mövenpick-Sprecherin Florence Mayor bestätigt den Vorfall, bestreitet aber, dass man den Rollstuhlfahrer habe diskriminieren wollen. «Es ist bedauerlich, dass wir uns mit ihm nicht auf eine Lösung einigen konnten.»
Aus der PR-Sicht ist das sicher keine schlechte Antwort, sie ist aber auch nicht besonders originell, sondern Standard und würde zu fast allen Konflikten passen. Aber ich hoffe, die Leser merken auch, dass man in Sachen Diskriminierung keine Kompromisse machen kann. Man muss sich vielleicht die Situation vorstellen, ein nicht-behinderter wäre nach einer solchen Antwort "ich kann schon auf mich aufpassen" einfach davongetragen worden. Wie würde das von den Kunden - auch der Rollstuhlfahrer ist einer (!) - empfunden? Rollstuhlfahrer brauchen keinen speziellen Aufpasser, der ihnen sagt, was sie aus Sicherheitsgründen tun dürfen oder nicht.
Ähnliche Beiträge:
Coretta Scott King ist tot
Viel beachteter Blogartikel nach Drohungen gelöscht
Will Blocher amerikanische Verhältnisse einführen?
Comments (0)  Permalink

Italien: 500'000 geben das Rauchen auf

Wie news.ch berichtet, haben im letzten Jahr eine halbe Million Italiener das Rauchen aufgegeben. Zudem sei der Umsatz an Zigarettenverkäufe um satte 6% zurück gegangen. Wichtiger noch ist aber die Tatsache, dass die Zahl der Herzinfakte ebenfalls signifikant (um 7%) abgenommen haben sollen.

Na, wenn das keine überzeugende Argumente sind, um in der Schweiz ebenfalls ein generelles Rauchverbot in allen öffentlichen Rauchlokalen einzuführen! Ich bin überzeugt, das wird nicht nur grundsätzlich der Volksgesundheit beziehungsweise den Passivrauchern nützen, sondern vor allem auch den Rauchern. Viele Raucher würden ja gern mit dem Rauchen aufhören. Da die psychische Abhängigkeit jedoch oft ein grosses Hindernis darstellt, wird ein solches Verbot wahrscheinlich viele Aufgabewillige unterstützen.

Ja, Rauch ist ein Medium, das mich wirklich stören kann, aber auch Rauchern. Als ich vor einigen Wochen in einem Hotel in Lausanne war, setzte ich mich in ein fast leeres Restaurant. Lediglich 3 Personen sassen bereits zu Tische, eine Person der drei war ein Raucher. Wenig später betrat auch eine Frau, ganz allein, das Restaurant und wählte ein Tisch in der Nähe der erwähnten drei. Nur etwa 10 Minuten später zogen diese drei an einen anderen, entfernteren Tisch, weil die Frau das Lokal bereits in Rauch eingehüllt hatte! Sie ist Kettenraucherin, leider. Sie machte selbst während dem Essen, als sie grad keine Zigarette haben konnte, einen nervösen Eindruck. Solche Leute können mir schon fast leid tun!

Tipp: rauchfreiessen.ch
Comments (2)  Permalink

Tötung eines 6-jährigen Kindes durch 3 Hunde

Ich melde mich kurz wieder - nach wie vor im Stress. Deshalb verzeiht, dass das Thema nicht mehr ganz so aktuell ist, aber es liegt mir am Herzen:

Die drei Hunde, die am 1. Dezember gegen 8.45 Uhr ein nur sechs Jahre altes Kind anfielen und töteten, haben mich äusserst schockiert. Eine mir bekannte Person war Augenzeuge des Dramas und erzählte mir den Vorfall in allen Einzelheiten - schrecklich, was einige Kinder mit ansehen mussten. Ich möchte deshalb diesen Artikel dem Opfer, den Angehörigen und den Zeugen des Vorfalls widmen und deshalb auf jedwelche Artikel, die die Kommunikation in der Öffentlichkeit betreffen, verzichten.

Hoffnung besteht für mich vor allem darin, dass Politiker offenbar - oder vielleicht möchte man (leider!) lieber sagen, hoffentlich! - endlich durch ein weiteres unnötiges und tragisches Opfer zum Handeln gezwungen sehen. Die Debatte über gefährliche Hunde hätte schon viel länger statt finden müssen!
Comments (4)  Permalink
Next1-10/28