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Iran lässt Akbar Ganji frei

Gemäss menschenrechte.blogg.de und alsharq.blogspot.com hat Iran den iranischen Journalisten und Dissidenten Akbar Ganji, über den kblog bereits mehrmals berichtete, freigelassen.
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Was darf Meinungsfreiheit?

Mit anaximander habe ich eine sehr interessante Diskussion begonnen. Zufällig wurde dieses Thema auch im Magazin des Tagesanzeigers ebenfalls diskutiert und spiegelt genau das wider, was ich in den knappen Zeilen auf der Seite von Side Effects bereits habe ausdrücken wollen. Worum geht es denn eigentlich?

Ich habe grundsätzlich zur Diskussion gestellt, inwieweit eine Karikatur, die ein zentrales Element der Religion lächerlich macht oder angreift, einen Angehörigen dieser Regligion beleidigen könne. Geht diese Beleidigung so weit, dass man sagen muss, dass es die Persönlichkeitsrechte des Einzelnen verletzt und damit in Schranken der Freiheit zu weisen ist? Ich weiss es nicht, aber ich bin eindeutig der Ansicht, dass man genau das international diskutieren muss. Ich meine jetzt nicht nur die Karikaturen von Mohammend, nein. Es gibt auch Bilder, ja sogar brutale Filme, die Juden in abrundtiefster Weise darstellen und beispielsweise in Saudi-Arabien gezeigt werden (Quelle: 10vor10). Eine Filmszene zeigte etwa eine rituelle Schlächtung eines vielleicht etwa 10-jährigen Jungen in brutalster und bestialischer Weise (man sah Blut, hörte die Schreie und das Flehen des Jungen). Zeichentrickfilme, die offenbar eindeutig Kinder zur Zielgruppe haben, zeigten Selbstmordattentäter, die in heroischer Weise auf eine Karawane von Juden sprangen. Eine weitere Szene persifilierte Maria und Joseph im Stall von Bethlehem nach Christis Geburt. Alle drei wurden als Tiere gezeigt, unter anderem als Affen und als für Muslime als unrein geltende Schweine.

Ich muss vielleicht vorausschicken, dass ich Atheist bin. Mich berühren all diese Dinge nicht in religiöser Weise, sondern in der Art und Weise, wie über andere Religionen gedacht wird. Dass Maria und Joseph als Tiere dargestellt werden, ist mir wurst, so lange dies als Witz bleibt und nicht ernsthaft propagandiert wird. Aber bei der Schlächtung eines Jungen wird suggeriert, dass Juden brutale Menschen seien und beim Zeichentrickfilm handelt es sich um pure Propaganda. Und da liegt das Problem.

Aber auch in Karikaturen steckt oft ein Körnchen Wahrheit, oder wenn man so will, auch ein Körnchen Propaganda. Insofern sind, objektiv betrachtet, auch "unsere" Karikaturen Mohammeds nicht ganz unbedenklich. Zudem habe ich bereits in der Antwort an anaximander betont, dass man unter Umständen auf die Zielgruppe Rücksicht nehmen muss. Die Frage stellt sich natürlich, worauf man denn hier abstützen will?
In einem berühmten Urteil (PDF, siehe S. 22) des Zürcher Obergerichts um den Fall "Rolf Knies neueste Elefantennummer" wurden drei Journalisten vom Vorwurf der Beschimpfung freigesprochen, von der Vorinstanz (Bezirksgericht) jedoch verurtelt (vgl. letzter Absatz). Das Urteil wurde, so weit mir bekannt, nicht weitergezogen, weshalb der Freispruch gültig ist. Aber gerade diese zwei verschiedene Urteile belegen, dass ein solches Urteil sehr schwer zu fällen ist, und dies, obwohl die Klage strafrechtlicher und nicht zivilrechtlicher Natur war. Das Strafrecht ist notwendigerweise (Stichwort: nulla poena sine lege - keine Strafe ohne Gesetz, auch Art. 1 StGB) viel klarer reglementiert als das Zivilrecht (Art. 30 ff. ZGB). Und trotzdem war die Klage offensichtlich nicht Aussichtslos, auch wenn es sich um zwei prominenten Personen handelten, die eher noch als eine private, anonyme Person mit einer entsprechenden Nennung in einer Satire auftauchen dürfen, die sogar Ehrverletzend sein könnte.
Wie auch immer, es handelt sich beim Fall des Elefantennummer-Cartoons um eine Güterabwägung. Ist die Meinungsfreiheit im Interesse des öffentlichen Interesses stärker zu gewichten oder das Interesse eines einzelnen? Dies ist aber nicht ganz mit unserer Problematik zu vergleichen, da wir von Angehörigen einer Regligion sprechen. Mit anderen Worten, wir sprechen nicht nur von einem oder zwei Individuen, die sich betroffen fühlen könnten, sondern von vielen, von Angehörigen einer Regligion, von tausenden oder gar millionen von Menschen. Erhält die Thematik dadurch ein anderes Gewicht?
Meine Meinung ist die, dass wenn es ein öffentliches Interesse gibt, dass es auch ein öffentliches Interesse für Minderheiten, oder vielleicht auch etwas anders betrachtet, ein öffentliches Interesse für Gruppen gibt, die in der Mehrzahl nicht in der Schweiz leben. Ein solches Konstrukt gibt es bereits im Antirassismusgesetz. Bekanntlich stellen beispielsweise Juden oder Armenier in der Schweiz eine grosse Minderheit dar, jedoch hat diese Gruppe ein grosses Interesse national und international verteidigt zu werden.

Für mich ist eine internationale Diskussion über diesen Sachverhalt deshalb unvermeidlich. Offenbar wurde damit auch die Karikatur globalisiert, sie wurde zu einem globalen Thema, sie wird öffentlich und überall diskutiert. Zwar gab es zuvor auch andere Karikaturen, die global bekannt wurden, aber ein solches Ausmass haben zuvor mit Sicherheit noch nicht viele Karikaturen erreicht.

Um noch einmal auf das Magazin zurück zu kommen: Das Magazin veröffentlichte einen Comic der Künstlerin Parsua Bashi, den sie bereits vor Monaten und deshalb unabhängig von der aktuellen Debatte erstellt haben soll. In diesem zeigt sie auf, dass der Westen durchaus nicht ganz ohne Tabus ist, durchaus nicht ganz so unverfroren ist, wie sie sich gibt. Gerade weil sie in diesem Auszug die Religion nicht anspricht, ist dieser Comic äusserst interessant. Sie provoziert nicht mit Religion, sondern mit Mode. Ihre Hauptfigur, die wie sie selber eine aus dem Iran stammende Künstlerin ist, provoziert eine Schweizerin mit mehreren Modestrecken, die unter anderem "Sweet Slaves" und "Hot 9/11" heissen. Sie zeigt damit, dass es eben auch für uns Grenzen gibt, ja sogar Tabus gibt, die - wie sie es treffend ausdückt, "von den Leuten selbst zensiert werden". Gerade "Hot 9/11" wird das provozierendste Beispiel dafür sein. Mode, die Hot 9/11 genannt wird? Sie stellt dies dem im Westen verharmlosten Kolonialismus gegenüber, in dem sie ein Beispiel in einer Modezeitschrift aufgreift, das ein Mode-Artikel mit dem Namen "Colonial-Girl" zeigt. Genauso wie durch die Attentate des nine-eleven viele Menschen starben, gab es sehr viele Opfer durch den westlich veranlasten Kolonialismus. Wenn ich mir da einen persönlichen Kommenar erlauben darf, dann würde ich sagen, dass die Opfer des Kolonialismus sogar weitaus zahlreicher waren.
Sie stellt sich auch gleich die unweigerlich aufkeimende Frage: "Wie kann man frei sein... und über bestimmte Themen trotzdem nicht reden? Und was bedeutet das für die Meinungsfreiheit"?

Ich sage es noch einmal: Die Grenzen der Meinungsfreiheit müssen international diskutiert werden.

PS: Das Buch von Parsua Bashi werde ich kaufen, so bald es auf dem Markt ist... vielleicht kann mir nja helfen, die Wartezeit zu verkürzen?
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Zensiert Google China?

Zur Zeit hat die Kritik gegen Google Konjunktur. Stellvertretend für viele ähnliche Artikel möchte ich (nur) zwei von mir geschätzten Side Effects nennen:

Ich distanziere mich in aller Form von jeglicher Zensur. Ich bin ein Gegner der Einschränkung der Pressefreiheit, so lange die Pressefreheit nicht die Persönlichkeitsrechte von Art. 28ff ZGB tangiert (vgl auch: fair blogging).
Aber ich möchte im folgenden versuchen, die Kritik gegen Google objektiv zu betrachten.

Marktmacht

Mit Google verbindet man mittlerweile nicht nur eine hervorragende Search Engine für das Internet, sondern auch die atemberaubende Marktstellung von Google im Internet. Keine andere Search Engine ist ebenso erfolgreich im Auffinden von gesuchten Webinhalten und keine andere ist so geschäftstüchtig wie Google. Yahoo! kann Google praktisch als einzige Konkurrentin Google nur gerade noch knapp das Wasser reichen, ist aber weit davon entfernt, ökonomisch so erfolgreich wie Google zu sein. Google wird zudem zu den wertvollsten Marken weltweit gezählt und reiht sich damit in Marken wie Apple, Coca-Cola, IBM, Microsoft, IKEA und weitere extrem bekannten wie erfolgreichen Unternehmen ein. Dies verleiht Google eine nicht zu unterschätzende Marktmacht.

Machtstellung im Internet

Google ist nicht nur ein Meister der Vermarktung und der Anwendung von Suchalgorithmen, sondern hat es auch verstanden, ihr Know-How in weiteren ähnlichen Gebieten vorzustossen. Dabei sind klassische Suchangebote wie Videos, News oder Blogs zu nennen. Weitaus wichtiger ist jedoch die Tatsache, dass Google derzeit auch Bücher katalogisiert und sie für das durchsuchen anbietet. Dasselbe gilt auch für Strassenkarten, Weltkarten und viele andere Dinge mehr. Google hat in all diesen Bereichen eine fast schon unheimliche Macht entwickeln können, so dass einige Kritiker bereits von einer gefährlichen Informationsdominanz von Google sprechen. Ganz aktuell ist der Ausschluss Googles von bestimmten Webseiten, die mit Hilfe von so genannten Doorway-Pages ihre Platzierung in Google bei benutzung von bestimmten Suchwörtern nach oben gedrückt haben. Nach Ansicht von Google ist dies eine unzulässige Webprogrogrammierung, um die eigene Website anderen gegenüber zu bevorzugen. Meiner Ansicht nach hat Google dies tun müssen, um das Suchsystem im Internet nicht zu gefährden, da eine solche Technologie zu erheblichen Verschiebungen von Links hätte nachziehen können, hätte Google diese akzeptiert. Zudem kann es natürlich Google nicht im Interesse sein, wenn Google damit durch einen solchen Trick zulassen würde, dass gewisse Websites dank einer solchen Strategie nach oben gedrückt werden, da Google damit geldwerte Dienstleistungen, durch die die entsprechenden Websites bevorzugt werden (Google-Ads) entgehen könnten.

Ist Google eine Bedrohung der Informationsfreiheit?

Man kann sich nun zu Recht fragen, ob denn Google durch die enorme Dominanz nicht auch die Möglichkeit hätte, auch Informationen zu kontrollieren. Viele Kritiker von Google werfen dem dot.com-Konzern genau das vor. Ich kann mich ihnen jedoch nicht anschliessen. Einerseits, weil es auch eine durchaus nicht zu unterschätzende Konkurrenz wie Yahoo! oder MSN gibt, andererseits weil ich die Ansicht vertrete, dass das Internet noch lange nicht diese Dominanz erreicht hat, wie es offenbar diesen Kritikern scheint. Ich spreche damit vor allem Printmedien, Fernsehmedien, Filme, Radiomedien und viele weitere (Theater, Oper, was auch immer), an. Auch diese enthalten alle Informationen, auch diese sind nach wie vor ein Medium für sich. Sie sind fast alle unabhängig von Google. Oder ist schon einmal eine Tageszeitung oder ein Radiosender durch Google beeinflusst worden? Die Macht ist allerdings, wie schon angedeutet, durch den durchaus bestehenden Konkurrenzkampf zwischen den Search Engines begrenzt.
Es ist liegt aber auf der Hand, dass je grösser das Gewicht des Internets als Informationsmedium zunimmt, auch die anderen Medien beinflusst. Ähnliches sagte man aber bereits vor 50 Jahren mit dem Radio, vor 40 Jahren mit dem Fernsehen und heute ist es eben das Internet beziehungsweise Google.

Google und China

Google stand im Fall von China vor der Entscheidung, ob sie sich am chinesischen Markt partizipieren will oder nicht. China erlaubt den chinesischen Bürgern die Nutzung von Search Engines nur dann, wenn sich diese an Restriktionen halten. Diese Restriktionen sind nichts anderes als Zensur. Google hatte also die Wahl, entweder sich selber für den chinesischen Markt zu zensieren oder die Permis für die Intrusion in den chinesischen Markt nicht zu erhalten.
Damit hat die Chinesische Regierung Google angeboten, entweder zensiert vertreten zu sein - oder gar nicht. Letztere Variante kommt einer Totalzensur gleich.

Möglichkeiten der Zensur

Zensur war nie wirklich eine gänzlich erfolgreiche Idee.
Ganz ähnlich, wie man auch private Gespräche, Telefonate schlecht zensieren kann, kann man auch im Internet kaum alles zensieren. Das gilt für alles, was eine verbale und sogar nonverbale Kommunikation zum Inhalt hat, also auch Zeitungen, Radio, Theater, Film und vieles mehr.
Internet gibt es einige bekannte Beispiele dazu. Das vielleicht berühmt-berüchtigste Beispiel, ist der englische Ausdruck porn, der in vielen Internetforen zensiert wurde und wird. Meistens ist es aber sehr einfach, diese Zensur umzugehen, in dem man einfach pr0n (r und o vertauscht, wobei das o eine Null ist). Weitere Beispiele, dass im Internet die Zensur oft schlecht funktioniert, sind Websites zu Nationalsozialistischen Inhalten (wenn man da überhaupt von "Zensur" sprechen darf - ich distanziere mich von solchen Inhalten!). Diese und viele weitere Beispiele zeigen, dass gerade im Internet die Zensur umgangen werden kann. Nun habe ich allerdings ausser Acht gelassen, dass die Chinesische Schrift logogrammatisch (jedes Zeichen steht für ein Wort oder Bedeutungselement) und nicht, wie die Lateinische schrift, phonetisch ist. Aber es ist anzunehmen, dass sich auch bei dieser Schriftform ähnliche Konstrukte wie pr0n ableiten können, womöglich gibt es da sogar noch mehr Spielraum, da unter Umständen beispielsweise einzelne Striche weggelassen werden können.
Mit Zensur geht auch die Verfolgung der Delinquenten einher. Google muss möglicherweise die IP-Adressen der Personen, die nach zensierten Worten gesucht haben, der Chinesischen Regierung offen legen. Trotzdem dürfte die Verfolgung von solchen Delinquenten schwer sein, da Suchende es tunlichst vermeiden werden, nach verbotenen Worten zu suchen.

Googles Informationsmacht in China

Die Macht von Google dürfte sich somit in Grenzen halten. Keine Firma kann sich gegen den Staat auflehnen, denn der Staat ist letztlich doch stärker als die Firmen, weil sie das Gewaltsmonopol (Polizei und MIlitär) innehaben. Dem können sich auch Grosskonzerne kaum widersetzen, selbst wenn sie prinzipiell in der Lage wären, Behörden gut zu schmieren. Gerade Google hat in dieser Hinsicht eine denkbar schlechte Ausgangslage, weil das Regime sich fürchtet, Google könnte auch regierungskritishe Inhalte einem grösserem Publikum verfügbar machen. Deshalb wird es kaum im Interesse der dortigen Behörden sein, sich schmieren zu lassen. Das Machtgefälle zwischen Google und der Chinesischen Regierung fällt daher eindeutig zu Gunsten der Regierung aus.

Fazit

Totalzensur oder Teilzensur ist hier die Frage. Meines Erachtens ist eine Teilzensur besser als eine Totalzensur. Deshalb bin ich der Ansicht, dass der Eintritt Googles in den Chinesischen Markt kein Fehler, sondern im Gegenteil wichtig war. Ich halte es für wichtiger, den Internetbenutzern eine solche Möglichkeiten zu geben statt diesen ganz zu verwehren.
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Miller aus Beugehaft entlassen

Die US-Journalistin ist nach knapp drei Monaten Haft aus der Beugehaft entlassen worden, nachdem sie sich entschloss, vor dem Grand Jury auszusagen.
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Ganji beendet den Hungerstreik

Wie der Blog Menschenrechte berichtet, hat Ganji den Hungerstreik beendet. Aus Zeitgründen möchte ich auf einen Kommentar, weitere Links bzw. Analyse ausnahmsweise verzichten, nahm mir doch Weblog Menschenrechte die Arbeit ab, bitte lesen sie hier weiter...
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Sonntagszeitung: "Jeder Tag hier ist ein 11. September"

Es ist auffallend, dass in den Schweizer Medien immer häufiger über Blogs berichtet wird. Die Sonntagszeitung zählt wohl zu jenen Schweizer Printmedien, die Blogs am meisten erwähnen. Es ist aber festzustellen, dass früher mehr über die Blogs selber berichtet wurde, während heute in den Artikeln nicht mehr das neue und ach so trendige Medium „Blog“ vorgestellt wird, sondern zunehmend über die Inhalte der Blogs. So basiert im Artikel „Jeder Tag hier ist ein 11. September“ der heutigen Ausgabe im wesentlichen auf Berichte von verschiedenen Blogs. Dies ist eine interessante Entwicklung insofern, als dass bis vor kurzem der Bezug auf ein entsprechendes Medium vor allem unilateral verlief, nämlich vom Blog zum Printmedium, während nun offenbar die Tendenz dahin geht, bilateral zu zitieren, das heisst, vom Printmedium zum Blog und umgekehrt.
Es ist aber nicht ganz verwunderlich, dass der erwähnte Artikel der Sonntagszeitung im Bund „Multimedia“ erschienen ist; denn es ist zu erwarten, dass die Leser der Rubrik „Multimedia“ einerseits frühere Berichte in früheren Ausgaben von "Mulitmedia" über Blogs gelesen haben, andererseits, dass Leser von „Multimedia“ technisch und im Bezug auf das Medium Internet auf dem aktuelleren Stand sind. Mit anderen Worten, die durchschnittliche schweizerische Bevölkerung weiss nach wie vor noch nicht, was ein Blog ist, aber vielen "Multimedia"-Leser dürfte das Wort "Blog" kein Fremdwort mehr sein.
Es wird interessant sein, wann wir die ersten Berichte von Blogs in Rubriken wie „Ausland“ oder „Schweiz“ lesen dürfen – die Sonntagszeitung befindet sich hierfür wohl auf dem besten Weg.

Im Artikel "Jeder Tag hier ist ein 11. September" stellt der Autor Michael Soukup vier verschiedene Blogs von im Irak dienenden Soldaten vor. Solche Blogs werden Military Blogs genannt, oft wird der Begriff aber mit Milblogs abgekürzt. Diese Blogs erzählen vom Militäralltag im Irak. Einige Blogs befürworten den Militäreinsatz im Irak, andere kritisieren den Einsatz. Nicht ganz überraschend ist die Sprache der meisten Blogs auf einem eher tiefen Niveau, da die meisten Dienstleistenden ein tiefes Bildungsniveau aufweisen. Sonntagszeitung stellt in diesem Artikel aber auch einen Blog vor, der mit "lyrischen Beschreibungen des Armeealltags" auffallen soll.

Ist das eine neue Ära der Militärberichterstatttung für die Öffentlichkeit? Von den CNN-Reportern, die im Golfkrieg von 1990/91 nur ausgewählte Bilder senden durften zu den „embedded Journalists“ im Irakkrieg von 2004 und nun die Meinung von den selber dienenden Soldaten? Mitnichten! Wie Sokoup berichtet, wurde Leonard Clark, ein bekennender Demokrat, zu einer Geldbusse von 820 US-Dollar und zusätzlichem Dienstzeit von 45 Tagen verurteilt. Er soll lediglich die US-Militärpräsenz im Irak kritisiert haben. Sein Blog ist zur Zeit ausser Betrieb, und wenn man auf die Domain (ohne /blog) hinsurft, wird man auf eine Friedensinitiative umgelenkt. Daily Kos hat ebenfalls über den Fall Leonard Clark zu berichten.

Besorgnis erregt zudem Sokoups Hinweis, dass offenbar nur regierungskritische und gegenüber dem Irakkrieg kritische Blogs aus dem Weg geräumt werden, während „patriotische“ Blogs wie jenen von Sergeant Chris Missick, der der stellvertretende Direktor der Bush-Wahlkampagne für Nordkalifornien war, praktisch unterstützt werden. Missick wurde als Soldat des Jahres 2004 ausgezeichnet, und nicht nur Soukup fragt sich, ob denn "er nicht in PR-Diensten des Pentagons steht".

Die von Sonntagszeitung vorgestellten Blogs (alle englisch):

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Zensur in China

Bisher habe ich zum Thema Zensur vor allem über Zensur im Iran berichtet. In China allerdings gibt es ein sehr ähnliches Problem. Wie die Sonntagszeitung heute berichtet, überwacht die chinesische Regierung die Presse und insbesondere das Internet mit enormem Aufwand. Das geht sogar so weit, dass für Hinweise auf pronografische oder regierungskritische Seiten im Internet mit mehr als einem Monatslohn eines durchschnittlichen Chinesen (die Sonntagszeitung nennt "bis zu Fr. 320.--") belohnt werden. "Rund 50'000 Online-Polizisten" sollen "im Internet auf Streife" sein, schreibt der Journalist Bernhard Bartsch in diesem Artikel. Zudem sei bei einer Teilnahme an Internetforen immer öfters keine Anonymität mehr garantiert, da sich die Personen mit richtigen Namen und Personalausweisnummer registrieren müssten.

Paradoxerweise fühlten sich die Personen aber durch diese Restriktionen nicht oder kaum eingeschränkt, da sie das Internet als Unterhaltungsmedium wahrnähmen, und nicht als ein Ort, wo sie sich politisch auslassen könnten.

Dass die Zensur in China grassiert, ist jedoch nichts Neues. Auch Heise.de hat bereits öfters über dieses Thema verschiedene Artikel publiziert:

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Reporter ohne Grenzen bittet Ganji, seinen Hungerstreik abzubrechen

Ein (leider) anonymes Email machte mich darauf aufmerksam, dass Akbar Ganji nach wie vor im Hungerstreik sei. Offensichtlich stammt das Email aber vom Maintainer von menschenrechte.blogg.de; unten wird das gesamte Email zitiert, und es ist offensichtlich, dass das Email von menschenrechte.blogg.de stammt.

Über Akbar Ganji habe ich bereits in zwei Artikeln in diesem Blog erwähnt. Er befindet sich heute seit 60 Tagen im Hungerstreik und versucht die Regierung Irans unter Druck zu setzen, um die Presse- und Medienfreiheit zu gewähren. Darüber hinaus hat er während seiner Gefangenschaft (!) sein "republikanisches Manifest" geschrieben.

Ich zitiere folgend das genannte Email:
Title: Reporter ohne Grenzen appelliert an Akbar Ganji, Hungerstreik abzubrechen
URL: http://menschenrechte.blogg.de/eintrag.php?id=793
Excerpt: In einem bewegendenden Brief von Robert Ménard an Akbar Ganji, fordert er den iranischen Journalisten auf, seinen Hungerstreik abzubrechen.

Der Druck auf die Familie wird immer größer.

Bei einer Hausdurchsuchung am 8. August wurde seine Frau geschlagen und seine Tochter bedroht.

Hintergrundinformationen:

In der Fortsetzung dieses Artikel findet sich die Pressemitteilung von Reporter ohne Grenzen und der deutsche Wortlaut des Briefes.

Bei amnesty international gibt es weiter Informationen zum Hungerstreik von Akbar Ganji.

Das Weblog Release Ganji in englischer und arabischer Sprache habe ich über den Eintrag bei Title and Registration gefunden.
BlogName: Menschenrechte
Hierzu verschiedene Links:
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Akbar Ganji: iranische Justizbehörden bleiben gandenlos

Reporter ohne Grenzen hat erst kürzlich über die jüngsten Entwicklungen im Fall Ganji, über den ich bereits berichtete, einen weiteren Artikel veröffentlicht. Diesem Bericht zufolge soll sich der Zustand Ganjis weiter verschlechtert haben, und er weigert sich nach wie vor, Nahrung aufzunehmen.
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Mit Blogs gegen Zensur im Iran [update]

Auch die schweizer Tageszeitung Tages-Anzeiger hat in der heutigen Ausgabe auf der Seite 10 mit einem halbseitigen Artikel dem wachsenden Einfluss der Weblogs im Iran gewidmet.
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